Dr. med. Matthias Beintker

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Beitrag vom 04.12.15

Nordhäuser Medizinerkongress in Hamburg

Gegenwärtig findet im Kongresszentrum Hamburg der Nordhäuser Medizinerkongress statt. Kurios, aber es ist so, wie Dr. Matthias Beintker, der nnz sagte...

Es ist der 27. Andrologiekongress der gegenwärtig in der Hansestadt angehalten wird. Einer der Organisatoren und Tagungspräsidenten ist der Chefarzt der Klinik für Urologie am Südharz Klinikum, Dr. Matthias Beintker.

"Als ich 2012 in Stuttgart anlässlich des Deutschen Kongresses als diesjähriger Präsident gewählt wurde, war ich geschockt und geehrt zugleich. Ich hatte mich nicht beworben. Die Wahl nahm ich natürlich an, weil man das nicht ablehnen kann. Eine so große Ehre! Aber so sollte ich mit etwa 1000 Teilnehmern hin", so die Frage des Mediziners.

Unverrichteter Dinge musste er diese Frage schließlich den Vorständen der beteiligten Gesellschaften übergeben und die Wahl fiel nach den Absagen von Erfurt und Lübeck schließlich auf Hamburg.

Der diesjährige Kongress befasst sich mit allen aktuellen Themen der Andrologie, der „Wissenschaft vom Mann“. Namhafte Referenten konnten gewonnen werden. Höhepunkt ist ein großer Übersichtsvortrag von Prof. Dr.Wolfgang Weidner aus Gießen, einem der führenden internationalen Experten über die Entwicklung und den Stand der operativen Andrologie in Deutschland und Europa, ein „Highlight“ des Kongresse. Darum gruppieren sich Vorträge und Posterpräsentationen zu den wichtigen aktuellen Themen der Andrologie:

  • Ursachen der Erektilen Dysfunktion
  • Klinische Ergebnisse
  • Spezielle Fragestellungen bei Prostataerkrankungen
  • Spezielle operative Therapie und Schwellkörperprothetik

Die Erektionsstörung ist Begleitpathologie von gutartigen und bösartigen Prostataerkrankungen. Sie kann als Folgeerscheinung der Therapie des Prostatakarzinoms auftreten. Zusätzliche Risikofaktoren sind Alter, Gefäßfaktoren und das metabolische Syndrom. "Beim Alterungsprozess des Mannes ergeben sich zusätzlich zwei Grundprobleme erheblichen Ausmaßes, der Hormonmangel (Wechseljahre des Mannes) und das Prostatakarzinom. Beide bilden Schwerpunkte in der modernen Urologie und der Andrologie", erläutert der Mediziner.

Die Prostatavorsorgeuntersuchung ist als Voraussetzung anzusehen und beinhaltet die Ausgangs- sowie regelmäßige Kontrolle von PSA, rektalem Tastbefund und Ultraschall. Die meisten Androgenmangelsymptome lassen sich durch die Therapie beseitigen. Grundsätzlich akzeptiert ist, dass eine individuell angepasste Substitution von Hormonen sinnvoll ist, wenn eine klinische Symptomatik besteht und der Hormonmangel nachgewiesen ist. Eine allgemeine, unkritische und nicht ärztlich kontrollierte Therapie, als Anti-Aging oder Selbstmedikation ist nicht gerechtfertigt. Der leider gegenwärtig nicht abschließend bewertbare Risikofaktor bei der Testosterontherapie ist nicht die Ursache sondern die mögliche Unterstützung eines bisher nicht bekannten Prostatakarzinoms.

Der Testosteronspiegel gesunder Männer ist altersabhängig und kann einer großen individuellen Schwankungsbreite unterliegen. Zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr ist er am höchsten; danach fällt er ab. Allerdings weisen nicht alle 80jährigen niedrige Werte auf. Die steigende Lebenserwartung führt zu einer Erwartungshaltung an Lebensqualität.

Zu all dem soll bis zum Samstagnachmittag beraten werden. Und wenn, ja wenn vielleicht einmal, Nordhausen eine Tagungsstätte hat, dann könnte der nächsten Nordhäuser Medizinerkongress auch in Nordhausen stattfinden. Matthias Beintker schmunzelt bei diesem Gedanken wohl wissend, dass dieser Wunsch sich nicht erfüllen wird.

04.12.15 Nordhäuser Medizinerkongress in Hamburg - Matthias Beintker

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