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Beitrag vom 10.4.15

Frühstück mit Tiefensee im Autohaus

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee ist heute auf Erkundungstour durch den Thüringer Norden. Eigentlich standen ursprünglich mehrere Termine im Kyffhäuserkreis auf dem Programm. Eigentlich...

Minister Wolfgang Tiefensee stellt sich Unternehmenern (Foto: nnz)

Von links: Peter, Jendricke, Tiefensee, Zeh

Weil aber der Landkreis Nordhausen sich im Scheinbar-Wahlkampfmodus befindet, hatte sich SPD-Landratskandidat Matthias Jendricke um einen ministeriellen Termin in Nordhausen bemüht. Also traf sich der Herr Tiefensee nicht nur mit Herrn Jendricke, sondern auch mit den anderen Kandidatinnen und Kandidaten sowie mit Vertretern der Wirtschaft der Nordhäuser Region in der Skoda-Welt der Autohaus-Peter-Gruppe.

Nach dem ausgiebigen Frühstück und einer halbstündigen Verspätung von Tiefensee begrüßte Hausherr Helmut Peter den Gast aus Erfurt und meinte, dass der Herr Tiefensee einer Regierung angehöre, die von der Mehrheit der anwesenden Gäste vermutlich so nicht gewünscht war. Aber nun müsse man eben zusammen die nächsten Jahre miteinander verbringen, man müsse solche Gelegenheiten nutzen, um ins Gespräch zu kommen.

Wolfgang Tiefensee bedankte sich trotzdem und versicherte dem Matthias Jendricke im Wahlkampf seine weitere Unterstützung. Tiefensee erinnerte an eine gemeinsame Zeit mit Dr. Klaus Zeh in Leipzig. Beide in der Kirche, bei mit einer Gitarre musizierend. Damit waren die Gemeinsamkeiten aufgebraucht. Er wolle an dieser Stelle, an diesem Freitag keinen Vortrag halten, sondern mit den Unternehmern ins Gespräch kommen.

NUV-Chef Niels Neu, der heute seinen 41. Geburtstag feiern kann, machte kurz die Themen auf, die aus Sicht der Wirtschaft wichtig seien, wie zum Beispiel die Entwicklung des Industriegebietes oder den Ausbau der B243.

Tiefensee, der den Begriff „Leuchtturm“ nicht so gut findet, will sich um alle Thüringer Regionen kümmern und bekräftigt, dass der weitere Ausbau der Infrastruktur enorm wichtig sei, um die Wirtschaft auch in Zukunft weiter zu entwickeln. Hans-Joachim Junker sprach anschließend das Thema der Rohstoffgewinnung im Landkreis Nordhausen an. Er kritisierte, dass sich Politiker immer mal wieder gern vor einen Karren spannen ließen, von dem sie nicht selbst überzeugt seien.

Vom Minister Tiefensee wollte er auch dessen Position zu künftigen Schutzgebieten wie einem Biosphärenreservat erfahren. Dieses hatten die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Kommunen vor Jahren mehrheitlich abgelehnt.

Rohstoffe – das sei eine spannende Aufgabe der Abwägung verschiedener Interessen. Wie immer in der Politik. Tiefensee sei sich durchaus der verschiedenen Positionen bewusst. Zum Gipsabbau bot er seine Unterstützung an und wollten die Interessen der Unternehmen im Diskurs mit der grünen Umweltministerin unterstützen. Es müssen alle Positionen berücksichtigt werden, es müsse ein Kompromiss gefunden werden. Auch sei die Ausweisung eines Biosphärenreservates, nur vier Jahre nach dem Naturparkstatus, zu kurz gedacht. Hier müsse man der Region mehr Zeit geben und das Vorhandene zu entwickeln. „Vorsicht mit einem neuen Anlauf!“

Zum Albert-Kuntz-Sportpark äußerte sich Wolfgang Tiefensee auch. Für ihn sei eine vernünftige Konzeption in die Zukunft wichtig, auf deren Grundlage dann die Fördergelder beantragt werden. Weitere Themen waren die Maut, die Gigaliner und der Mindestlohn im Kraftverkehr.

Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh erinnerte noch einmal an die Landesunterstützung bei der kommenden Vermarktung des Industriegebietes und argumentierte für das Lieblingsprojekt der Harzkreise, den sogenannten "Harzring" und dessen vierspurigen Ausbau. Es sei nicht mehr vermittelbar, dass die B243 an der Landesgrenze zu Niedersachsen plötzlich vierspurig ausgebaut sei.

Er sei zwar kein Unternehmer, aber Arzt und Organisator verschiedener medizinischer Kongresse: Dr. Matthias Beintker. Er habe Probleme mit der Ausrichtung von Kongressen: die Region habe nicht die Infrastruktur - kein entsprechendes Hotel, kein Kongresszentrum, nur einen kleinen Golfplatz. In das "gleiche Horn" stieß Hochschul-Präsident Prof. Jörg Wagner. Nur: die Politik und die Kommune seien nicht dazu da, ein Hotel oder ein Tagungszentrum zu bauen und schon garnicht einen Golfplatz. Das sieht auch Wolfgang Tiefensee so.

Es war am Ende doch ein tatsächlicher Austausch von diversen Problemlagen, von Sorgen und Nöten der Unternehmer, die übrigens auch die Sorgen und Nöte der Arbeitnehmer seien. Wolfgang Tiefensee antwortete auf jede Frage, versuchte sich an Antworten und gab auch kund, dass er zu Themen nichts sagen könne, sich aber schlau-machen werden. Für diese kleinen Momente war der Beobachter der Überzeugung nahe, dass er es durchaus ehrlich meint.

Peter-Stefan Greiner

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