Dr. med. Matthias Beintker

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Beitrag vom 11.09.13

Hobeln war gestern

Hobeln war gestern - Matthias Beintker.

Das Südharz Klinikum Nordhausen bietet seit drei Monaten für Patienten mit einer gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) erfolgreich eine neue schonende und dabei hocheffektive Behandlungsmöglichkeit an. Die Urologischen Patienten müssen nicht mehr Kompromisse bei der Wirksamkeit oder Sicherheit einer Behandlung in Kauf nehmen...

Neue Technologie in Anwendung (Foto: SHK)

Auch die Angst ist kleiner, denn wer geht schon gerne in die Klinik zur Operation. Die Betroffenen erhalten jetzt vor Ort die beste und sicherste Therapie, weil da nichts mehr ?gehobelt und geschnitten? werden muss, beschreibt Chefarzt Dr. med. Matthias Beintker (im Bild bei einer OP). Es blutet nicht mehr und Gerinnungsmittel brauchen auch nicht abgesetzt werden. Die veralteten Therapien kommen langsam und berechtigterweise aus der Mode, auch bei größeren Drüsen. Deshalb wurde das klassische Hobelverfahren von 1902/1972 in Nordhausen auch gleich noch auf ein hochmodernes bipolares Verfahren umgestellt.

Die Urologische Klinik am Südharz Klinikum ist dieser Philosophie als eine der größten Fachkliniken ihrer Art in Thüringen verpflichtet. Sie verfügte in den zurückliegenden 20 Jahren immer über die neuesten Behandlungsmöglichkeiten, weil ein großes Klinikum in der technischen Ausstattung immer sehr gut und unkompliziert reagieren kann. Dabei wird stets auf bewährte Verfahren gesetzt, d.h. es wird nicht jede neue Technik sofort gekauft und eingesetzt. Dafür gebührt den Geschäftsführungen seitens der Ärzte ein ausgesprochener Dank.

Unser neues LASER-Verfahren ist die dritte Weiterentwicklung eines erfolgreichen Systems und wird bisher nur noch in einer weiteren Thüringer Klinik eingesetzt, obwohl weltweit schon 700.000 Patienten behandelt worden sind und es kein experimentelles, sondern ein Routineverfahren ist. Ein Gerät der zweiten Generation war bereits seit 2009 erfolgreich im Einsatz, sagt Chefarzt Dr. Beintker.

Nun geht es also noch besser, noch sicherer und die Patienten müssen nicht mehr so weit fahren. Und auch sonst müssen sie nirgendwohin fahren, weil die Nordhäuser Urologie eine wohnortnahe Basis- und Spezialversorgung betreibt, innovativ und leistungsfähig. 7 Urologen sind im Regel- und im Notfall 7 Tage 24 Stunden für die Patienten da. Weit fahren müssen dafür andere, die die Vorzüge der neuen Therapie haben wollen (Magdeburg, Erfurt, Würzburg, Halle).

Vor dem Einsatz des GreenLight XPS TM 180 - so heißt das Wundertier, stand erneut eine längere Spezialausbildung. Danach waren Spezialisten aus Hamburg, Dr. Schmidt und Paul Hartley aus London jeweils für einen Tag in Nordhausen, um die Einführung zu begleiten. Diesen Kollegen gilt ebenfalls besonderer Dank. Das Verfahren verwendet Laserenergie zur Entfernung von vergrößertem Prostatagewebe. Bei dem Eingriff wird eine Laserfaser mittels eines endoskopischen Systems durch die Harnröhre an das Prostatagewebe gebracht.

Dort wird die Laserenergie abgegeben und das überschüssige Prostatagewebe wird praktisch unblutig verdampft. Ganz besonders geeignet ist die GreenLight HPS Lasertherapie aus diesem Grund für Risiko-Patientengruppen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen oder für die eine lange Narkose aus gesundheitlichen Gründen nicht vertretbar wäre.

Nach erfolgreicher Entfernung des überschüssigen Gewebes kann der Urin wieder ungehindert aus der Blase in die Harnröhre abfließen. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Eingriff sind die meisten Patienten bereits beschwerdefrei und haben einen deutlich besseren Harnfluss. Viele Patienten können wenige Stunden nach dem Eingriff ohne Katheter auskommen und wenige Tage später ihren normalen, nicht anstrengenden Tätigkeiten im Alltag nachgehen, freut sich der Chefarzt.

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