Dr. med. Matthias Beintker

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Beitrag vom 18.02.15

Die 11. Auflage in Nordhausen

Auch in diesem Jahr wird es einen Thüringischen Krebskongress in Nordhausen geben. Austragungsort ist in bewährter Weise das Auditorium der Nordhäuser Hochschule...

Im Namen der Thüringischen Krebsgesellschaft lädt der Vorstand zum 11. Thüringischen Krebskongress nach Nordhausen recht herzlich ein. Dieser für unser Südharzklinikum und die Region außerordentlich wichtige Kongress findet am 14. und 15. März 2015 statt.

"Dies ist für uns alle eine große Ehre und Auszeichnung. Inhaltlich beschäftigt sich der Kongress mit dem Thema 'Individualisierter Krebstherapie im demographischen Wandel'. Über die nach 2007 erneute Vergabe eines so wichtigen Kongresses nach Nordhausen freuen wir uns natürlich sehr und sehen es als Bestätigung unserer Arbeit und Anerkennung unserer Anstrengungen In Nordhausen und in Nordthüringen an", so Kongress-Präsident Dr. Matthias Beintker zur nnz. Erwartet werden 400 Teilnehmer. Es ist damit der größte Ärztekongress in Nordhausen.

In Thüringen erkranken jährlich etwa 14 800 Menschen an Krebs. Die Tendenz ist steigend und die Patienten werden immer älter. Dies haben wir zum Anlass genommen, aktuelle Therapieverfahren und ihre Ergebnisse für die wichtigsten Krebserkrankungen darzustellen und bezüglich des leitliniengerechten und des individualisierten und altersbezogenen Verhaltens zu diskutieren.

Die Thematik richtet sich an stationär tätige und Ärzte in Niederlassung sowie medizinisch-technisches und Krankenpflegepersonal gleichermaßen. Die zweitätige Veranstaltung findet auf dem Campus der Fachhochschule statt. Am Samstag wird das wissenschaftliche Programm präsentiert, am Sonntag ein Programm für Patienten, Angehörige, Selbsthilfegruppen und alle Interessierten angeboten. Der Kongress wird durch entsprechende Präsentationen von Organisationen, Selbsthilfegruppen und der pharmazeutischen Industrie begleitet.

Im Mittelpunkt stehen die in Deutschland am häufigsten auftretenden Tumorerkrankungen: gynäkologische Tumoren, Lungenkarzinome, urologische Tumoren und Darmkrebserkrankungen bzw. visceralchirurgische Tumorerkrankungen. Das wissenschaftliche Programm setzt sich mit den Möglichkeiten onkologischer Diagnostik und Therapie auseinander.

Rund die Hälfte aller Krebserkrankungen könnte durch eine gesündere Lebensweise und Ernährung vermieden werden. Deshalb kommt auch der Prävention, der Aufklärung und der besonderen Risikofaktoren eine große Bedeutung zu. Wer gesund ist, weiß diesen Zustand oft nicht zu schätzen und nimmt sein beschwerdefreies Leben als selbstverständlich hin. Wer gesund ist, kann sich auch nicht so einfach in die Situation der Kranken hineinversetzen. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie jetzt der 11. Thüringer Krebskongress, nicht nur für diejenigen, die beruflich mit der Volkskrankheit Krebs zu tun haben.

Schon die demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland allein (?alternde Bevölkerung?, ?Krebs ist eine Alterserkrankung?) bewirkt zwischen den Jahren und 2010 und 2030 einen Anstieg der Krebserkrankungen von mehr als 20 %. Aufgrund der verschiedenen Aspekte ist es realistisch, von einem 40- bis 50%igem Anstieg der Patientenkontakte auf dem Gebiet der Onkologie zwischen 2010 und 2030 auszugehen.

Im Jahr 2015 werden etwa 264 700 Männer und 236 200 Frauen neu an Krebserkrankungen leiden. Weniger Klinikärzte werden gemeinsam mit ebenfalls immer weniger Hausärzten mehr Krebspatienten versorgen müssen. Konnten 2010 noch Klinikärzte mit 51 401 Hausärzten zusammenarbeiten, werden es 2020 nur noch 44 903 sein. Die bisherige Entwicklung der Onkologie in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2010 wurden 52 % der Männer und 59 % der Frauen von ihrem Krebsleiden geheilt. Dies ist eine gute Nachricht in Anbetracht der Tatsache, dass derzeit jeder zweite Mann und 43 % aller Frauen damit rechnen müssen, im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken.

Das diese Patienten in der Regel deutlich über 65 Jahre als sind und unter mehreren zusätzlichen Erkrankungen leiden, ist eine weitere Herausforderung. Die Krebserkrankung wird im Allgemeinen mit zunehmendem Grundlagenwissen in der Öffentlichkeit auch immer mehr entmythisiert. Betroffen und deren Angehörige sind heute besser informiert und fordern daher häufiger als früher kompetente und ausführliche Fachgespräche auf Augenhöhe bevor sie sich für eine Diagnostik oder Therapie entscheiden. Wie diese zunehmend komplexere Onkologie, die alle Fachgebiete und alle Leitlinien einbeziehen muss, um jeden Patienten individuell erfolgreich zu versorgen, in einer Zeit des Ärztemangels zum Ziel kommen soll, ist unklar. Umso wichtiger ist es, regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen anzubieten.

"Gerne haben wir die Herausforderung angenommen, den 11. Thüringer Krebskongress zu veranstalten und freuen uns auf eine ähnlich erfolgreiche Tagung wie 2007, anlässlich des 7. Thüringischen Krebskongresses in Nordhausen", so Dr. Beintker abschließend.

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