Dr. med. Matthias Beintker

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Beitrag vom 30.01.02

Mit vollen Segeln in den Unruhestand

Nordhausen (nnz). Ein bewegender Augenblick im Südharz-Krankenhaus Nordhausen. Der ärztliche Direktor Dr. Klaus Gebhardt wurde heute offiziell verabschiedet. nnz war dabei.

Abschied Wenige Tage vor seinem 65. Geburtstag ist Dr. Klaus Gebhardt heute offiziell als Chef des Hauses in Nordhausen-Nord verabschiedet worden. Prominenz aus Wirtschaft und Politik, aber auch viele Mitarbeiter der Einrichtung ließen sich diesen Abschied nicht nehmen. Mit Gebhardt nimmt ein Arzt seinen Hut, der dem Krankenhaus viele Impulse verliehen und Spuren hinterlassen hat. Er spielte sich dabei nicht in den Vordergrund, er regierte manchmal sanft, manchmal mit Nachdruck. Im Vordergrund seines Wirkens stand sein Krankenhaus, dem er als Chefarzt für Urologie und dann - nach der Wende - als großer Chef vorstand. Er war 1990 bereit zur Übernahme von Verantwortung, in einer Zeit, in der viele Kollegen zur Flucht in die Selbständigkeit ansetzten.

Gemeinsam mit den kommunalen Gesellschaftern (Landkreis und Stadt) hat er sich über Rückschläge geärgert und über Fördermittel gefreut. Neun Fachärzte hat Gebhardt ausgebildet, Tausende Operationen vorgenommen. Er hat mit seinem Patienten vor und nach der OP geredet, saß an vielen Betten und hielt viele Hände. Manchmal musste er auch Trost spenden, dann hatte alle medizinische Kunst versagt.

Dr. Klaus Gebhardt war in und um Nordhausen nicht nur als Arzt geschätzt, er war und ist stets streitbar, vor allem wenn es um Umwelt- und Naturschutz geht. Landrat Joachim Claus (CDU) nannte ihn heute eine eindringliche Stimme für den maßvollen Umgang mit der Natur. Klaus Gebhardt hatte schon lange vor der Wende die Demokratie geschätzt, arbeitete im Kulturbund in Sachen Umweltschutz. Mit der Wende dann die Mitarbeit im Neuen Forum, am Runden Tisch und schließlich in der SPD. Wie kein anderer lebte er die Demokratie. Er erhob im Nordhäuser Stadtrat auch schon mal seine Hand zur Abstimmung, wenn seine Fraktion dagegen war. Stets war er bemüht, die Positionen anderer zu verstehen, gleichzeitig aber auch andere für seine Position zu begeistern. Er akzeptierte Mehrheiten. Jetzt muß er seinen Abschied vom Südharz-Krankenhaus akzeptieren. Nun wird er mehr Zeit haben. Zeit für seine Familie, seine Hobbys und für die kommunale Politik. Er wird mit vollem Wind in den Unruhestand segeln. Und: Er wird sicher auch vermisst - in seinem Krankenhaus.

Einen Nachfolger gibt es für Dr. Klaus Gebhardt auch: Ab Februar wird Prof. Dr. Uwe Klein als ärztlicher Direktor fungieren, die Leitung der Urologie übernimmt Dr. Matthias Beintker.

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